Michael Meyer alias Elf gründete 1979 als Schüler gemeinsam mit Sven "Eddie" Räther in Hamburg eine Punkband. Die beiden wurden vom ersten Album der Ramones dazu inspiriert. Kurz danach war die Band vollzählig, noch im Gründungsjahr wechselte auch der Frontmann: Statt Thorsten "Scout" Kolle stand nach wenigen Monaten Dirk "Dicken" Jora am Mic. Nach einer EP ließ das Debütalbum "Slime I" nicht lange auf sich warten. Aufgrund von Songs wie "Polizei SA/SS" und "Wir wollen keine Bullenschweine" hatten von Anfang an der Verfassungsschutz und die Staatsanwaltschaft ihre Augen auf Slime gerichtet, später landeten auch Songs der Band auf dem Index. Mit dem zweiten Album "Yankees Raus" zementierten Slime ihren Ruf als wichtige neue Punkband, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Gleichzeitig polarisierte die Band von Anfang an - so wurde ihr aufgrund des Titelsongs Antiamerikanismus vorgeworfen. Schlagzeuger Stephan Mahler wurde Anfang der Achtziger zum wichtigsten Songschreiber der Band. Auf dem dritten Album "Alle Gegen Alle" schrieben Slime mit zeitlosen Hymnen wie "Nazis Raus", "Religion" oder "Störtebeker" Punk-Geschichte. Die Bandhistorie verlief turbulent. Slime lösten sich zweimal auf, traten aber immer wieder mit wegweisenden Songs und Alben auf die Bildfläche. Soundmäßig ging es bei Slime auf dem 1992er-Release "Viva La Muerte" (produziert von Rodrigo González, Die Ärzte) ein wenig Richtung Metal, doch auf ihrem fünften Album "Schweineherbst" von 1994 klingen sie wieder mehr nach Punk. Das Album gilt heute als eines der wichtigsten deutschsprachigen Punk-Alben. Mitte der Neunziger sind Slime so erfolgreich, dass es immer wieder Ausverkauf-Vorwürfe hagelt. Die Band ist sich uneinig, wie sie mit dem Erfolg umgehen soll und pausiert erneut lange. 2010 kehren Slime mit neuer Bassistin Nicole Percovic und zwei legendären Konzerten zurück: als Headliner auf dem Ruhrpott Rodeo und beim hundertjährigen Jubiläum des FC St. Pauli.
